Archiv für den Monat: Januar 2016

Stadtbild Köln

Kirchen, Kunst und Kallendresser – die Stadtgestaltung Kölns

Köln kann man auf einem Spaziergang durch die Aussenanlagen als Kunststadt erleben.
Die St. Apern Straße ist übrigens die westliche Begrenzung der alten Römerstadt. Davon ist an der nächsten Ecke noch der Römerturm erhalten mit seinen ornamentalen Verzierungen im Mauerwerk.

Stadtteilgeschichte

cologne-1011890_1920Das Vringsveedel erstreckt sich zwischen der Auffahrt der Severinsbrücke im Norden und dem Chlodwigplatz im Süden. Kaum möchte man glauben, dass sich diese Gegend noch bis ins 19. Jh. ausgesprochen dörflich zeigte. Klöster mit großen Ländereien, Getreide- und Weinanbau prägten das Bild. Erst mit der Säkularisierung der Klöster im Jahr 1802 und der einsetzenden Industrialisierung ändert sich die Struktur. Die Schokoladenfabrik Stollwerck, mehr als ein Jahrhundert lang der wichtigste Arbeitgeber im Viertel, öffnete 1839 ihre Werkstore.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. drängte Köln über seine mittelalterliche Stadtmauer hinaus. Ab 1881 riss man sie nieder, und außerhalb des Chlodwigtors entstand die Kölner Südstadt. Ihre reichen Gründerzeitfassaden entlang der Straßenzüge zeugen heute noch von dem kurzen Boom jener Zeit.
Heute gilt die Südstadt als eine der beliebtesten Ausgehviertel Kölns. An Sommernachmittagen trifft man sich im Volksgarten, um anschließend im nächsten Café die lauen Abende zu genießen.

Denn in den siebziger Jahren setzte eine neue Entwicklung im Severinsviertel und in der Südstadt ein: Die einst proletarische und kleinbürgerliche Industriearbeitergegend verwandelte sich in eines der bevorzugten Wohnviertel der Lehrer, Journalisten und Redakteure, Werbe- und Musikmanager. Kneipen folgten, und die Südstadt wurde das Szeneviertel Kölns. Schließlich hatte auch Wolfgang Niedecken, der selbst in der Severinstraße wohnte, hier mit seiner Band BAP die ersten Live-Auftritte.
Trotz der vielen Sanierungsprogramme aber, die wie vielerorts der Neuentdeckung des Viertels auf dem Fuße folgten, stimmt die Mischung hier bis heute durchaus noch; man sieht es beim Mittagstisch in einer der Kneipen oder auch beim Veedels-Fest im September. Viele beklagen dennoch den Verlust an kölscher Lebensart durch das Vordringen der Kneipen- und Yuppie-Kultur – am lautesten tun das alle diejenigen, die selbst gut verdienen und erst spät ins „Veedel“ gezogen sind.

Severinsbrücke und Karl-Berbuer-Platz

Der Weg beginnt an der Severinsbrücke, deren Silhouette allgemein als Sendezeichen des WDR bekannt ist. Von ihrer südlichen Brüstungsmauer grüßt in weißem Marmor der heilige Severin, ihr Namensgeber. Der heilige Severin, ihr Namensgeber. Dahinter erhebt sich die Kirche St. Johann Baptist, ein Nachkriegsbau, in den man geschickt die im Krieg erhaltenen mittelalterlichen Bauteile integrierte.
Ein paar Schritte weiter erkennt man rechter Hand den Karl-Berbuer-Platz, den ein fantasievoll gestalteter Brunnen als Stadtmobiliar schmückt. Weitere Informationen zum Thema Stadtmöbel und Aussenanlagen findet man bei ziegler-metall.de.

Köln: Streit um Beleuchtung der Bismarcksäule. Freie Wähler fordern Konzept.

(Köln Rodenkirchen Marineburg). Bei der letzten Sitzung der Bezirksvertretung von Rodenkirchen forderte der Bezirksvertreter der Freien Wähler (FWK) Torsten Ilg, eine angemessene Nutzung und Beleuchtung des öffentlichen Platzes an der Bismarcksäule in Marienburg.

Ein Antrag von SPD und Linken sah zunächst vor, einen einzigen Vorschlag eines Kölner Studenten aufzugreifen, der eine ausschließlich kritische Sicht auf das Lebenswerk des früheren Reichskanzlers vorsah. Dies wollte der Vertreter der FREIEN WÄHLER Torsten Ilg so nicht mittragen. Er stellte deshalb einen Ersetzungsantrag, der dann aber nicht zur Abstimmung kam, weil die Antragsteller ihren gemeinsamen Antrag überraschend wieder zurückzogen: „Ich war sehr verwundert darüber, dass die SPD und der Vertreter der LINKEN ihren Antrag zurückgezogen haben. Offensichtlich wollte man meinen weitergehenden Ersetzungsantrag aus politischen Gründen verhindern. Dabei bin ich sehr für eine sinnvolle Nutzung und Präsentation der Bismarcksäule. Dieses Thema habe ich bereits mehrfach in der BV eingebracht“, so Ilg in einer aktuellen Pressemitteilung.

Torsten Ilg Freie Wähler vor der Bismarcksäule in Marienburg

Torsten Ilg Freie Wähler vor der Bismarcksäule in Köln-Marineburg. Das Denkmal wurde saniert.

Der Vertreter der Freien Wähler führt weiterhin aus, dass sein Ersetzungsantrag das Anliegen qualitativ sogar noch unterstrichen hätte, zumal er alle bereits erarbeiteten alternativen Nutzungskonzepte von Architekturstudenten der Kölner Fachhochschule, gerne einer näheren Betrachtung unterzogen hätte: „Die Vertreter der Stadtverwaltung und des Denkmalschutzes haben in der Sitzung unterstrichen, dass sie die in meinem Antrag vorgeschlagene Beleuchtung des historischen Denkmals aus dem Jahre 1902, ebenfalls fordern. Die Antwort von Dr. Klusemann (SPD) war erschreckend. Zitat: Man sehe in der Forderung nach einer Beleuchtung des Denkmals eine Lichtverschmutzung“.       Für Torsten Ilg ist diese Sicht angesichts der geschichtlichen Bedeutung Bismarcks eine verbale Entgleisung: „Es handelt sich hier schließlich nicht um eine grelle Außenwerbung für eine Tankstelle, sondern um ein Denkmal. Für mich ist es außerdem unverständlich, dass auch einige Kollegen der CDU hier die Kosten für ein einziges Lichtlein kritisieren und argumentieren, es gäbe momentan wichtigere Probleme. Fakt ist: Jetzt wird an der Stelle sowieso gebaut und man könnte die Anlage in einem Rutsch realisieren. Die Errichtung einer energieeffizienten LED-Beleuchtungsanlage würde laut Verwaltung einmalig etwa 9.000 Euro Kosten. Zum Vergleich: Allein für die Grundreinigung der Freitreppe in Deutz, werden seitens der Verwaltung bekanntlich Kosten in Höhe von 600.000 Euro jährlich veranschlagt. Das ist ein wirklicher Skandal der offenbart, welche Gewichtung man in Köln politisch durchsetzen möchte“, so Ilg.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei nach Auffassung des Bezirksvertreters der Freien Wähler, auch in der gesetzlichen Pflicht der Kommune zu sehen, öffentlich zugängliche Plätze aus Sicherheitsgründen generell beleuchten zu müssen: „Das ist nach § 8 der Gemeindeordnung NRW ausdrücklich vorgeschrieben. Leider ist keiner der anderen Bezirksvertreter auf dieses Argument eingegangen.“ So das ernüchternde Fazit des Bezirksvertreter der Freien Wähler.